Nachruf
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Barbara Lüem * 17. Juni 1953
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Barbara Lüem
ist in der Nacht von Sonntag, 21. auf Montag, 22. Januar 2008 durch einen unglücklichen Sturz unmittelbar gestorben.
Barbara wurde am 17. Juni 1953 in Zürich geboren. Nach ihren Schulzeiten in Reinach und Münchenstein BL begann sie das Studium der Ethnologie und Volkskunde an der Universität Basel. Nach Erlangen des Lizentiats 1978 erfolgte 1987 die Promotion zur Dr. Phil I.
Eine Auflistung ihrer durchlaufenen Stationen in Forschung und Lehre würde zwei Seiten füllen. Die wohl wichtigsten Forschungsschwerpunkte waren: wiederkehrende Forschungsaufenthalte ab 1976 bis 1987 in Indonesien/Ostjava und ab 1988 bis 1991 in Tuvalu, Polynesien. Danach war sie von 1992 bis 1998 auch als 'Wissenschaftliche Beamtin' am Ethnologischen Seminar der Universität Basel tätig.
Seit 2000 widmete sich Barbara vermehrt Forschungen in der Schweiz, unter anderem zur Subkultur der schweizerischen Rhein- und Hochseeschifffahrt. Sie wollte ihre diesbezüglichen Recherchen an der Basis beginnen. Ihr erstes Erscheinen im Hafen liess, durch ihre Grösse, so manchen Schiffer, Seemann und Hafenarbeiter erstaunen.
Mit ihrer herzlichen und direkten Wesensart gewann sie jedoch schnell das Vertrauen der Menschen im Hafen und es entstanden viele Freundschaften.
Sie war beeindruckt vom Stolz der ehemaligen Rheinschifferfamilien und Seeleute auf ihre schiffische Vergangenheit und ihre Verbundenheit mit der Schweizer Schifffahrt. So entstand die Idee, die Erinnerungen der ehemaligen Seeleute und Rheinschiffer aus Sicht der Zeitzeugen in einem Buch zu dokumentieren.
Im Dialog mit Schifferfamilien, Seeleuten und Hafenarbeitern entstand das Buch "Heimat Hafen Basel". Die Vernissage fand am 2. Mai 2003 bei der Hafeneinfahrt im Bootshaus statt.
Mit diesem Buch hinterlässt uns Barbara ein historisch und kulturell wertvolles Werk, das die Schweizer Schifffahrt auf dem Rhein- und auf See wirklichkeitstreu widerspiegelt.
Barbara wurde am 22.09.2001 als Mitglied in den Schifferverein aufgenommen und half bei Vereinsanlässen - auch als Serviertochter am Hafenfest 2004 - tatkräftig mit.
Der Titel ihrer Dissertation von 1987 "Wir sind wie der Berg, lächelnd, aber stark" (eine Studie zur ethnischen Identität der Tenggeresen in Ostjava), spiegelt ihre Wesensart wider.
Im Namen der Vereinsmitglieder spreche ich den Angehörigen unser herzlichstes Beileid aus. Wir werden Barbara in guter Erinnerung behalten.
In Gottes Namen, gute Fahrt
Bernhard Isenschmid