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Nachruf

Gedanken zum Leben von Marcel und Bea Graber-Delfgauw

Erinnern, Danken, Loslassen.

Marcel Graber, geboren am
7. November 1941
gestorben am
23. Dezember 2004

Erinnern

Das waren Gedanken an Graber Marcel 07.11.1941 - 26.12.04 und Graber-Delfgauw Bea welche am Tag des Seebebens in Thailand ihr Leben verloren haben.

Marcel Jean-Claude Graber ist am 07. November 1941 in Zürich geboren. Er wuchs mit einem älteren Bruder Louis Alexander und einer jüngeren Schwester Lude Jacqueline in bescheidenen aber glücklichen Verhältnissen in Zürich auf.

Im Juli 1957 startete Marcel bei der Rheinschifffahrt Basel die Lehre zum Matrosen Diese Ausbildung ermöglichte ihm schon in jungen Jahren die interessanten Städte Rotterdam, Antwerpen, Strassburg, Ludwigshafen, Mannheim etc. zu besuchen. Im Frühling 1960 schloss er diese Lehre mit Erfolg ab.

Nach der Ausbildung lockte die grosse See. Er heuerte unter anderem auf dem Schweizerschiff M.S. Rigi an, überquerte im Jahre 1961 den Äquator und wurde auf den Namen "Krabbe" getauft. Nach ei-nigen Fahrten auf hoher See, fasste er doch zur Freude seiner Eltern fuss an Land.

Im Jahre 1972 verheiratete sich Marcel Graber mit Bartholomea Delfgauw aus Holland.

Seine hauptsächliche, berufliche Tätigkeit und Erfüllung war schlussendlich die Ausbildung zum Rettungssanitäter bei der Stadt Zürich. Diesen Beruf liebte er. Mit dem Erreichen des 60. Altersjahrs zog sich Marcel in den wohlverdienten Ruhestand zurück. Nun hatte er die Möglichkeit, seine Leidenschaft das Reisen und Entdecken und das Zusammen-sein mit seinen Freunden noch intensiver zu pflegen und sich in Amden im äusserst bescheidenen Ferienhaus aufzuhalten. Hier traf man Bea und Marcel an vielen Wochenenden im Jahr an.

Es zog ihn über all die Jahre immer wieder in die weite grosse Welt. Er bereiste ganz Asien, Amerika, Afrika und natürlich auch in Europa unterwegs - mehrheitlich aber in Indien, Thailand, den Philippinen, Kambodscha und Vietnam.

Bei seinen Notizen fanden wir folgende Zeilen:
"In regelmässigen Abständen überfällt mich der Virus. Der Virus der mich immer wieder hinauszieht in die Welt. Er öffnet mir Sinne und Herz. Nur wer reist kann wieder nach Hause kommen und wundert sich über helvetische Probleme. Darum möchte ich nicht auf meinen Virus verzichten, wenn es mir in der Schweiz zu eng wird."
Er wusste sich in den Ländern Asiens von herrlichen Landschaften, dem Meer und liebenswürdigen Menschen umgeben.

In den letzten Tagen vor dem Tsunami, am 24. und 25. Dezember verschickten Bea und Marcel noch viele E-Mails und SMS in die Schweiz, nach Holland und Deutschland. Man wünschte sich gegenseitig frohe Festtage und vernahm, dass es wie immer herrlich und schön ist. Nur einen Tag später sind diese Verbindungen zu Bea und Marcel für immer abgebrochen.

Danken

Es bleibt uns zu danken für zwei wunderbare einzigartige Menschen. Zu danken auch, dass Bea und Marcel ein äusserst interessantes, buntes und vielseitiges Leben leben durften. Zu danken, das Bea und Marcel gefunden und identifiziert wurden und ihre Asche in die Schweiz zurück-gebracht wurde. Zu danken dem Mitarbeiter-Stab der polft. Abt. VI des EDA, sowie den Herren Wüger und Zimmer-mann von der Kriminalpolizei Zürich, welche uns Angehörige immer Ver-ständnis- und rücksichtsvoll begleitet haben.

Ein grosses Dankeschön an Alle, die unseren lieben Verstorbenen Wertschätzung und Liebe entge-gengebracht haben.

Loslassen

Als letzten Liebesbeweis werden wir schweren Herzens dem Wunsch von Bea und Marcel entsprechen und ihre Asche einem Gewässer übergeben.

In Gottes Namen, gute Fahrt
B. Isenschmid