Nachruf
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Robert Wasser * 20. August 1926
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Robert (Röbi) Wasser
Die Kindheit und Jugend in Wattwil im Glarnerland von Robert (Röbi) Wasser
waren eine harte Zeit. 10 Kinder waren sie, 7 Mädchen von der 1. Frau seines
Vaters. Als sie starb, heiratete der Va-ter nochmals und 3 Buben entsprangen
dieser Ehe. Röbi war der Älteste dieser drei und kam am 20. August
1926 auf die Welt. Ein Bruder von Röbi wurde bald schwer krank. Er hatte
eine Rücken-markverkrümmung und starb in jungen Jahren, dies prägte
Röbi sehr.
Ein Rucksäcklibuur' sei sein Vater gewesen, sagte Röbi mal.
In einfachen Verhältnissen wuchs er auf. Es reichte grad zum Leben für
die grosse Familie in den Krisenjahren. Zu wenig Land hatten sie, um davon zu
leben: Darum ging der Vater mit dem Ruggsäggli' durch den Tag in
die Textil-fabrik arbeiten. Land, Garten, Tiere wurden von allen nach dem Feierabend
versorgt. So musste Röbi oft die Schulaufgaben beim Schafe und Ziegen hüten
machen.
Zu den schönen Erinnerungen seiner Kindheit gehörte das Jahr bei der
Grossmutter in Elm. Dorthin kam er, als er länger krank war. Zeit hatte
sie für ihn und lieb war sie. Gern kehrte er immer wieder zu ihr und nach
Elm zurück. Die tiefe Religiosität seiner Mutter hinterliess auch
tiefe Spuren bei ihm.
Robert Wasser wäre gern Lehrer geworden. Die finanzielle Situation der
Familie erlaubte diese lan-ge Ausbildung nicht. Durch ein Inserat wurde er auf
die Matrosenausbildung auf dem Schulschiff Leventina aufmerksam.
Am 29. Juni 1942, mitten im 2. Weltkrieg, mit 15 ½ Jahren nahm er den
Zug nach Basel, um bei der Schweizerischen Reederei auf dem Schulschiff Leventina
die Matrosenlehre anzufangen. Im Zug von Zürich nach Basel lernte er Peter
Rösler aus dem Appenzellerland kennen, der sich auf den gleichen Weg gemacht
hatte. Eine lange und tiefe Freundschaft begann. Im gleichen Matrosenkurs fand
er auch mit Bruno Wehrli, Willi Campani, Maurice Bertolet und Kurt Grob zusammen.
Freun-de fürs Leben wurden sie durch die gemeinsame Ausbildung in einer
schweren Zeit.
Während dem Krieg und vor allem nach dem Krieg fuhr Röbi auf verschiedenen
Schiffen, wie dem Alpina II, dem Viamala, dem Airolo und dem Indus, erst als
Schiffsjunge, dann als Matrose, Steu-ermann und zuletzt als Schiffsführer.
1948 lernte er bei einem Aufenthalt in Basel Elise Weiss im legendären
Turnerstübli kennen. Röbi verliebte sich sofort und tief in die junge,
schöne Frau. Schon beim ersten Treffen fragte er sie in seiner direkten
Art, ob sie seine Frau werden wolle. Vier lange Jahre vergingen, bis sie an
Pfingsten 1952 heirateten. Sie wechselte auf's Schiff. In Elise fand Röbi
eine treue, ausgleichende und fürsor-gend, heitere Partnerin. Ihre Wärme
und Herzlichkeit war ihm zeitlebens wichtig, auch wenn er das manchmal seltsam
ausdrückte.
1957 kam ihr Sohn Ruedi auf die Welt, 1960 ihre Tochter Ester. Bis 1962 fuhren
sie zusammen auf dem Rhein. Dann wechselte Röbi in den Landdienst'
der Schweizerischen Reederei, um bei seinen Kindern zu sein, die jetzt die Schule
besuchten. Trotzdem war er viel unterwegs, bei Schiffsinspek-tionen, Havarien
und bei der Beschaffung von neuen Schiffen. Später auch als Lehrer bei
den Schiffsjungen und Weiterbildner in der Unfallverhütung und Radarkursen.
Er half in dieser Zeit unter den Schiffern die gewerkschaftliche Bewegung aufzubauen.
Röbi Wasser blieb sein gesamtes Berufsleben treuer Mitarbeiter der SRN,
bis er sich Mitte 90er Jahren etwas früher pensionieren liess.
Nun wollte er Zeit haben für seine Grosskinder Janine und Miriam, die 1991
und 1994 auf die Welt kamen. Grossen Anteil nahm er an ihren Entwicklungen,
sorgte sich und litt, wenn sie es schwer hatten, drückte die Daumen bei
sportlichen Wettkämpfen, unternahm Sachen mit ihnen, ging mit auf die Messe
- vor wenigen Jahren noch war er mit Miriam auf der Achterbahn - und half als
sprichwörtlich wandelndes Lexikon bei den Schulaufgaben. Ein Stichwort
und er kam mit Fakten und Zusammenhängen aus der Vergangenheit und Gegenwart
- mehr als sie eigentlich wissen woll-ten. Röbi las immer schon gerne,
war an der Geschichte und der Gegenwart interessiert.
Seit Röbi Wasser 1942 nach Basel gekommen war, seit er 1962 an Land ging,
hatte er im Rheinha-fen und in Kleinhüningen sein zu Hause gefunden.
Für Frauen, schöne Frauen, hatte er immer ein besonderes Faible -
er flirtete für's Leben gern und bis zuletzt.
Der plötzliche Tod seines nahen Freundes Peter Rösler im Oktober 1998
setzte ihm sehr zu - die tiefen und kontroversen Gespräche mit ihm fehlten
Röbi.
Die letzten 10 Jahre zog er sich aus allen öffentlichen Funktionen zurück,
verbrachte Stunden auf dem Estrich beim Bau einer Modelleisenbahnanlage - eine
Leidenschaft, die er schon lange hatte. Er hatte Unzählige Lokomotiven
die er sorgsam pflegte.
Seine Gesundheit prägte die letzten Jahre. Starke Einbrüche kamen,
immer wieder mit Aufenthalten im Claraspital. Einige Male rappelte er sich auf.
Am 20. Juli 2010 ist er in den Abendstunden ge-storben, eine Erlösung muss
es für ihn gewesen sein angesichts seines gesundheitlichen Zustandes.
Robert Wasser war Gründungsmitglied des Schiffervereins und wurde an der
Gründungsversamm-lung zum 1 Präsident des Vereins gewählt. Das
Amt als Präsident gab er nach 2 Jahren weiter ab war aber bei den Vereinsanlässen
immer ein gern gesehener und geselliger Gast. Im Namen der Vereinskameraden
spreche ich den Angehörigen unser herzliches Beileid aus. Röbi hinterlässt
bei seinen Angehörigen und Freunden eine Lücke, die sich nicht mehr
schließen lässt. Wir werden unseren verstorbenen Kameraden in guter
Erinnerung behalten.
In Gottes Namen, gute Fahrt
Bernhard Isenschmid