Nachruf
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Rudolf Zimmerli * 27. November 1932
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Geboren in Neuenkirch, Kanton Luzern, wuchs er mit seinen Geschwistern, Ernst und Berta auf. Er war ein sportlicher Junge und ein schneller Läufer. Seine Auszeichnungen aus dem Jugendturnverein behielt er sein Leben lang und zeigte sie voller Stolz.
Ein Bericht über einen Schiffsjungen auf der Rheinschifffahrt faszinierte
ihn dermassen, dass er nach absolvierter Schule und gegen den Wunsch seiner
Eltern, 1949 die Schifferschule der Schweizerischen Reederei auf dem Schulschiff
"LEVENTINA" in Basel besuchte.
Nach seinem erfolgreichen Lehrabschluss als Rheinmatrose ging seine Laufbahn
rasch aufwärts. Bereits 1956 erwarb er das Rheinschifferpatent und wurde
als Schiffsführer auf Schleppschiff Edelweiss 14 eingesetzt. Dank seiner
Tüchtigkeit übernahm er bald das GMS ROTONDO und später GMS GANGES.
Er machte seine Arbeit stets gewissenhaft und die Verantwortung über das
1'500 Tonnen Schiff erfüllte ihn mit Stolz. Schifffahrt war sein Leben!
Durch die Schifffahrt lernte er seine Paula von Neuburg am Rhein kennen und
lieben. Obwohl er anfänglich wirklich kein einziges Wort des Neuburger-Dialekts
verstand, blieb er hartnäckig dran und gewann ihr Herz. Ein Jahr darauf
heirateten sie und hatten zusammen drei gesunde Kinder. Paula und Ruedi gingen
zusammen durchs Leben, auch wenn es dabei manchmal stürmte, und konnten
vor noch nicht langer Zeit goldene Hochzeit feiern.
Die Kinder verbrachten eine gute und unbeschwerte Jugend.
Manchmal nahm er nach Feierabend, René, den Jüngsten, auf den Arm,
trat mit ihm aufs Schiffsdeck und zeigte ihm den Sternenhimmel oder die Lichter
einer nahen Stadt. Grosse Freude hatte er auch, dass Sohn Rolf seine Lehrzeit
als Matrose bei ihm an Bord verbrachte.
Es war für die Familie nicht einfach die Kinder für die Schulzeit
ins Schifferkinderheim in Basel zu geben.
Mit 50 Jahren erlitt Ruedi in Duisburg an Bord seines Schiffes einen schlimmen
Herzinfarkt und musste auf dem Rücken seines Sohnes über die Planke
zum Rettungswagen getragen werden.
Nach überstandener Krankheit, blieb er noch 2 Jahre auf der Schifffahrt.
Der Druck am Arbeitsplatz stieg jedoch ständig und Vater fand nie so recht
Vertrauen ins Radar, mit welchem nun rund um die Uhr gefahren werden musste.
Deshalb beendete Ruedi 1984 seine Karriere als Schiffsführer und arbeitete
noch 10 Jahre als Disponent, im Rheinhafen. Die Umstellung auf den Bürojob
machte ihm zu schaffen. Und da er sich im Büro eingeengt fühlte, unternahm
er am Wochenende und in den Ferien lange Velotouren. Breisach - Basel, dem alten
Rhein entlang zum Beispiel oder rund um den Bodensee, zeigen beeindruckend,
welche Distanzen er dabei zurücklegte.
Mit 62 Jahren und 45 Dienstjahren in der gleichen Firma, ging er 1994 in den
wohlverdienten Ruhestand.
Im Ruhestand verbrachte er praktisch die ganzen Sommermonate in seinem Wohnwagen
am See in Sempach, nahe seiner alten Heimat und freute sich, wenn ihn seine
Enkel besuchten.
In den letzen 2 Jahren wurde sein Gesundheitszustand immer schlechter. Nach einer zweiten grossen Operation, wollte sein Herz trotz eingesetzten Bypässen und einem Herzschrittmacher nicht mehr so richtig.
Er verstarb am 24. Februar 2007.
Er war ein richtig lieber Mensch und stets guter Dinge, eben ein richtiger Kapitän, der nun seinen letzten Hafen gefunden hat.
Seit der Gründung 1976 war er Mitglied des Schifferverein`s und war ein
gern gesehener und geselliger Gast bei unseren Vereinsanlässen. Im Namen
der Vereinskameraden spreche ich den Angehörigen unser herzliches Beileid
aus. Rudi hinterlässt bei seinen Angehörigen und Freunden eine Lücke,
die sich nicht mehr schließen lässt. Wir werden unseren verstorbenen
Kameraden in guter Erinnerung behalten.
In Gottes Namen, gute Fahrt
Bernhard Isenschmid